Herman flieht in die stille

Tausend Scheinwerfer sind auf ihn gerichtet. Tausende von Teenagern himmeln ihn an. Peter Noone ist sein bürgerlicher Name. Weltberühmt aber wurde er als Herman von den Hermits. Doch Herman ist nicht der lustige, ausgelassene, immer lachende junge,
  für den er gehalten wird. Er ist still geworden. Und nachdenklich. Er jagt von einem auftritt zum anderen. Er macht eine Platte nach der anderen. Doch keiner seiner Songs ist in letzter Zeit ein Hit geworden. Zu lange mussten Herman und seine Hermits auch für ihren ersten Film vor der Kamera stehen. Jetzt haben sie den Anschluss verpasst.

Herman ist unglücklich, misstrauisch und launisch geworden. Vergeblich versuchen seine Freunde, ihn abzulenken. "Herman braucht ein Mädchen, das ihn versteht," meinen sie. Doch wo gibt es ein solches Mädchen? Gewiss, viele würden ihn gern trösten.

Doch er ist zu anspruchsvoll. Kein Girl entspricht seinen Träumen, seinem Idealbild. Manchmal ist er stundenlang nicht zu finden. Dann sitzt er irgendwo allein auf einer Bank. In einem stillen Park oder auf einem alten, verwilderten Friedhof. Er sucht die Einsamkeit, weil er selbst einsam ist.

Doch später, im Scheinwerferlicht, umringt von jubelnden Fans, lacht er wieder. Strahlend, charmant, glücklich. Kein Mensch ahnt dann etwas von seinen Problemen. Von der grossen Einsamkeit, mit der er nicht fertig wird und in der er manchmal zu erstricken glaubt.



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