Die meiste Zeit seines jetzigen Lebens verbringt Herman mit seinen Hermits in Hotels. Jetzt will er selbst eins kaufen.

'Nachdem ich in so vielen verschiedenen Hotels gewohnt habe, kenne ich zo ziemlich alle Vor- und Nachteile, die ein Hotel mit sich bringt. Und wenn ich selbst ein Hotel eröffne, weiss ich so gut wie kaum ein Anderer, wie mein Hotel geführt werden muss! All das, was mich in anderen Hotels gestört hat, wird in meinem nicht vorkommen! Das fängt mit dem furchtbaren Frühstück an, das in vielen Hotels, serviert wird und hört mit der oft unpersönlich kalten Hotelzimmereinrichtung auf.'
Seine Eltern, Mr. and Mrs. Denis Noone, sollen das Hotel leiten.
Bis vor einem Jahr lebten seine Eltern noch in Manchester. Dann zogen sie nach Wales, und vor sechs Monaten in ihr augenblickliches Haus in Roby bei Liverpool. Nun werden sie bald schon wieder umziehen müssen.
'Wenn Herman das Hotel gekauft hat, werden wir natürlich alle dort einziehen," meinte Mrs. Noone. 'Wir wissen noch nicht, wo es sein wird, wir haben aber einen Makler beauftragt, ein unseren Vorstellungen entsprechendes zu suchen und für uns zu kaufen.'
Niemand in Hermans Familie hat in der Gastronomie irgendwelche Erfahrung. 'Ich lasse es trotzdem ruhig auf mich zukommen,' erklärte sein Vater. 'Natürlich wird es eine völlige Veränderung meines bisherigen Lebens bedeuten. Ich bin mein ganzes Leben lang Buchhalter gewesen. Aber das nun ist genau das, was ich mir immer gewünscht habe. Ich glaube, darum kauft Herman auch das Hotel!'
Herman hat sehr genaue Vorstellungen davon, wie er sein sauer verdientes Geld anlegen wird: 'Ausser, dass ich ein Hotel kaufe, das ja mehr für meine Eltern, als für mich ist, würde ich gern ein paar Bars eröffnen. Verschiedene Arten von Bars für verschiedene Arten von Menschen. Ich werde ein ganz vornehmes einrichten, denn es gibt immer eine Menge von Leuten, die dumm genug sind, für nichts, riesige Preise zu bezahlen, nur weil sie denken, in die Bar muss man gehen, um sozial anerkannt zu werden. Dann würde ich gerne einen für Teenager einrichten, und eins für die etwas älteren, mit Billardtischen und so.'
Aber auch in Restaurants würde Herman gern Geld anlegen. 'So viele Restaurants servieren für viel Geld einfach fürchterliches Essen, dazu noch in so kleinen Portionen, dass man nach einer halben Stunde wieder hungrig ist! In manchen Städten kann man wirklich kein Restaurant finden, in dem man preiswert und gut essen kann.

  Erst sitzt Du eine halbe Stunde, bis überhaupt ein Ober kommt, dann wartest Du noch eine halbe Stunde auf das Essen, das Du dann in zehn Minuten gegessen hast! Wenn man auf Tournee ist, kann man in der Beziehung schon einiges erleben! Essen zu gehen, ist immer eine abenteurliche Sache!' 'Herman ist immer sehr eigenwillig gewesen, als Kind schon,' erzählte mir sein Vater. 'Er beschloss, dieses oder jenes zu tun, machte es dann auch, ohne irgendeinen von uns zu fragen.' 'Für den Judy Garland-Film „Kopfloser Reiter" wurde zum Beispiel ein Junge für eine mittlere Rolle gesucht. Herman sagte nichts zu uns! Er stand früh, als wir noch schliefen, auf, packte seinen Koffer und fuhr nach London, um sich für die Rolle vorzustellen.
Wir dachten, er sei bei irgendeinem Freund, und machten uns keine Sorgen, auch nicht, als er am Abend nicht zurückkam, da er oft bei seinem Freund übernachtete. Nun, wir erfuhren erst am nächsten Abend von ihm, dass er sich in der Schauspielschule mit 80 anderen Jungen vorgestellt hatte, und dass er die Rolle bekommen hatte!'
'Was Herman nicht gewusst hatte, war, dass der Film in Griechenland gedreht werden würde, und dass die Dreharbeiten neun Monate dauerten. Da spielte ich nicht mit, weil er sich meiner Meinung nach nicht leisten konnte, solange in der Schule zu fehlen. Herman war zwar sehr enttäuscht, aber er sah unsere Argumetation ein. Damals war er 12, aber das erste Mal auf der Bühne gestanden hatte er schon viel früher. Um genau zu sein, da war er fünf Jahre alt. Es war bei einer Weihnachtsschau für Kinder in Manchester, die Herman sich mit seiner Schwester. Denise ansah. Der Conférencier forderte die Kinder auf, irgendetwas zu tun, ein Gedicht aufzusagen, oder so. Herman war der erste, der auf die Bühne sprang. Er sang ein Lied, und Buttons, ein ziemelich bekannter Conférencier, wollte ihm als Belohnung eine grosse Tüte Bonbons geben. Aber Herman nahm sie nicht. Buttons fragte ihn, warum er die Bonbons nicht annehme, worauf er antwortete, seine Mutter habe ihm verboten, sich von Fremden Süssigkeiten geben zu lassen. Woraufhin Buttons ein Glas Marmelade auftrieb, und es Herman gab. Buttons wirkte ziemlich erleichtert, als Herman dann die Bühne verliess. Aber noch war der Ärger nicht vorüber, denn jetzt fing Denise an zu weinen, als sie Herman das Marmeladenglas auslöffeln sah. Sie meinte, Herman habe das gar nicht verdient und hörte nicht auf zu weinen, bevor Buttons nicht von der Bühne kam und ihr auch ein Glas Marmelade schenkte.'

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